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Verwechslungssteine - 4.9 out of 5 based on 151 votes
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»Bronzit-Pyroxenit« & »Golden Amphibolit« - 5.0 out of 5 based on 1 vote
Bronzit-Pyroxenit

Bronzit-Pyroxenit Gestein, mit dunkelgrauen Magnetit-Einschlüssen

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

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»Bronzit-Pyroxenit«

In der modernen Mineralogie wird "Bronzit" nicht mehr als eigenständiges Mineral betrachtet, sondern als eisenhaltige Varietät des Minerals Enstatit (sog. "Ferro-Enstatit", abgekürzt: "Fe-Enstatit", (Mg,Fe)2[Si2O6],). Fe-Enstatit der Varietät Bronzit besitzt 5 - 15% Eisen (im Verhältnis zum Magnesium) und gehört zur Mineralgruppe der Pyroxene. Das sind Kettensilikate mit dem gemeinsamen Bestandteil [Si2O6].

Fe-Enstatit ist in den allermeisten Fällen ein recht unscheinbares Mineral. In seinen erdigen, bräunlichen bis fast schwarzen Farben ist es weder selten noch wertvoll. Erst wenn es in Form goldglänzender Leisten auftritt, erweckt es das Interesse vom Mineralienhändler/innen und -sammler/innen.

Der als Trommelstein im Handel erhältliche goldgelb glänzende "Bronzit" besteht nicht vollständig aus dem einzelnen Mineral Fe-Enstatit, sondern aus einer Mischung mit anderen Mineralen. Er ist ein Gestein, bei dem Fe-Enstatit den Hauptbestandteil ausmacht. Als Begleitminerale kommen in der Regel schwarzer Magnetit und farbloser Quarz vor. Aus diesem Grund ist die Härte dieses Gesteins unregelmäßig und liegt zwischen 5 bis 6 (Bronzit) und 7 (Quarz). Die Dichte des Gesteins beträgt ca. 3,2 - 3,4.

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Bronzit-Gabbro und Nuumit (Amphibolit-Schiefer) - 5.0 out of 5 based on 79 votes

 

Viele Gesteine, die bisher nur in der Steinmetzbranche bekannt waren, kommen nun auch in geschliffener oder getrommelter Form in den Mineralienhandel. Diese Entwicklung ist zweifelsohne eine Bereicherung für die Liebhaber schöner Gesteine. Leider sind diese Dekor-Gesteine nur selten mit einer mineralogisch/petrografisch korrekten Bezeichnung versehen. Das ist auch bei einem dunklen, fast schwarzen Gestein mit kupferfarbenen Einsprenglingen der Fall, welches im Mineralienhandel häufig fälschlicherweise unter dem Namen »Nuumit« angeboten wird.

 

Bronzit-Gabbro (Norit)

»Bronzit-Gabbro«, Indien

Bronzit-Gabbro (Norit), Indien

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Das dunkle, fast schwarze Gestein wird seit 1988 in der Nähe des Dorfes Chimakurthy (bei Ongole) im Bundesstaat Andhra Pradesh in Indien abgebaut. In 44 Steinbrüchen, die über eine Fläche von über 160 ha verteilt sind, werden jeden Monat rund 20.000 bis 25.000 Kubikmeter des Dekor-Gesteins gewonnen. Vermarktet wird es unter der Bezeichnung "Black Galaxy" oder "Star Galaxy". Unter diesen Namen ist es in der Steinmetzbranche als Dekorgestein bekannt, welches sich gut zu Küchenfliesen und Arbeitsplatten verarbeiten lässt.

Mineralogisch handelt es sich um einen Gabbro, einem quarzarmen magmatischen Gestein, das im Wesentlichen aus Plagioklas-Feldspat (Labradorit) und Pyroxenmineralen besteht. Die fast schwarze Eigenfarbe wird durch die Einlagerung von dunklen Erzmineralen (vor allem Magnetit) hervorgerufen. Zwischen den Labradorit Kristallen sind rundliche Einsprenglinge des Pyroxenminerals Bronzit verteilt. Je nach Blickrichtung leuchten diese Bronzit-Einschlüsse golden oder kupferfarben auf und erzeugen ein interessanten optischen Effekt.

Aufgrund der spezifischen Mineralzusammensetzung trägt das Gestein die Bezeichnung »Bronzit-Gabbro«.

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Anthophyllit (-Schiefer) und Astrophyllit (-Syenit) - 4.2 out of 5 based on 128 votes

Obwohl sie sich bei genauem Hinsehen deutlich unterscheiden, werden die Minerale Astrophyllit und Anthophyllit häufig verwechselt. Beide können in Form von glänzenden, irisierenden stengeligen oder faserigen Aggregaten vorkommen und bilden zusammen mit anderen Mineralen oft interessant gemusterte Gesteine. Eines davon ist ein Anthophyllit-Schiefer aus Schweden.

Anthophyllit (-Schiefer)

Anthophyllit

Anthophyllit-Schiefer, Schweden

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Anthophyllit gehört zur Mineralgruppe der Amphibole und ist chemisch verwand mit den Mineralen Aktinolith und Tremolit, welche in einer feinfaserig-verfilzten Form auch als »Nephrit-Jade« bekannt sind. Ähnlich wie diese bildet Anthophyllit gerne stängelige bis strahlig-faserige Aggregate. In den sogenannten Hermannover Kugeln aus Tschechien bildet es eine radialstrahlige Kruste rings um einen Kern aus Phlogopit-Glimmer. Sehr feinfaserige Aggregate mit einem Faserdurchmesser von weniger als 0,003 mm werden als Anthophyllit-Asbest bezeichnet. Die hier beschriebenen und als Schmucksteine angebotenen Anthophyllit-Schiefer zählen jedoch nicht zur Asbest-Gruppe, da die Anthophyllit-Garben und Stängel wesentlich dicker auskristallisiert sind.

In der Regel tritt Anthophyllit eingewachsen in Gesteinen auf. Es gibt nur wenige Gesteine, in denen das Mineral besondere Lichtreflexe zeigt. Bekanntestes Beispiel ist das Gestein »Nuumit (Amphibolit-Schiefer)« aus Grönland. Ein weiteres Beispiel ist ein metamorph gebildeten Anthophyllit-Schiefer aus Schweden, in dem Anthophyllit in glänzenden, garbenförmigen Aggregaten kristallisiert, die oft ein bläuliches bis gelbliches Irisieren zeigen. Zusammen mit rotbraunem Granat, körnigem Epidot und farblosem Cordierit bildet das Gestein eine optisch sehr attraktive Mineralvergesellschaftung. Elementanalysen mit dem Rasterelektronenmikroskop (REM) konnten zeigen, dass der Eisengehalt des Anthophyllits in diesem Gestein deutlich erhöht ist, weshalb das Mineral mineralogisch korrekter als "Ferro-Anthophyllit" zu bezeichnen wäre. Im Unterschied zum ähnlichen Amphibolmineral Arfvedsonit, enthält das Mineral jedoch kein Natrium.