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Azurit-Gneis - 5.0 out of 5 based on 1 vote
Azurit-Gneis, Pakistan

Azurit-Gneis, Pakistan

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

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Das Gestein, das wir Ihnen heute vorstellen, sieht aus, als wäre es mit blauen Tintenklecksen dekoriert worden. Vorgelegt wurde es uns als »Azurit-Granit« aus Nord-Pakistan. Es wird berichtet, dass es am Fuße des zweithöchsten Berges der Erde, dem K2 gefunden wird. Deshalb wird es auch unter dem Handelsnamen »K2« angeboten.

Das mikroskopische Erscheinungsbild entsprach dem eines Gneises, mit gut erkennbarem Quarz-, Biotit- und Feldspat-Kristallen und einer schwach ausgeprägten, lagigen Struktur. Zusätzlich sind noch kleine Körner eines grünen Minerals und diese seltsamen, blauen Flecken erkennbar.

Der Carbonattest mit 10%ig verdünnter Salzsäure ergab ein unspezifisches  Bild. Das grüne Mineral reagierte prompt auf die Säure, wodurch es sich als Malachit zu erkennen gab. Aber auch im restlichen Gestein konnte eine schwache aber ungleichmäßige Reaktion beobachtet werden, völlig unabhängig davon, ob diese Stellen grün, blau oder farblos waren. Es schien so, als sei der ganze Stein mit Carbonatmineralen durchdrungen. Das Vorkommen von typisch sedimentären, basischem Kupfercarbonaten wie Azurit und Malachit in einem Gneis ist höchst ungewöhnlich. Deshalb entschlossen wir uns, mit Hilfe einer Röntgendiffraktionsanalyse (RDA) den Mineralbestand zu klären.

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Budstone (Grünschiefer) - 5.0 out of 5 based on 141 votes
Budstone ist KEIN Prasem

Budstone, Südafrika

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Das inhomogene Aussehen eines grünen Gesteins, das als »Prasem« aus Südafrika vermarktet wird, ließ Zweifel an seiner Echtheit aufkommen. Die durchgeführten Röntgen (EDX)- und Raman-Analysen an verschiedenen Proben zeigten, dass es sich um ein Gestein mit inhomogener und komplexer mineralogischer Zusammensetzung handelt.

Analytische Untersuchungen

Die Röntgendiffraktionsanalyse (EDX) einer Probe mit besonders harten, dunkelgrünen bis schwarzen Einschlüssen zeigte neben Rutil und Chrom-Glimmer (Fuchsit) zu unserer Überraschung das seltene Mineral Eskolait. Eskolait kommt weltweit nur an 11 Fundorten (u.a. in Brasilien, USA, Russland, Indien und Finnland) vor. Seine Härte liegt bei 8½, also zwischen Spinell und Korund. Sein Begleitmineral Fuchsit hingegen hat die Härte 2½. Das führt zu großen Härteunterschieden innerhalb des Gesteins. Die daraus resultierenden knospenförmigen, rundlichen Verwitterungsformen, haben wohl zu dem Handelsnamen »Budstone« geführt.

In anderen Proben fanden wir Plagioklas-Feldspat, das Verwitterungsprodukt Kaolinit und in geringen Anteilen Klinochlor. Diese Befunde konnten durch Ramanlaser-Analysen bestätigt werden. Die Mineralparagenese spricht für ein metamorphes Gestein, dessen grüne Farbe durch Schichtsilikate (Fuchsit, Klinochlor) verursacht wird. Solche Gesteine werden in der Geologie als »Grünschiefer« bezeichnet.

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»Dalmatinerstein« - ein Aplit-Gestein - 5.0 out of 5 based on 89 votes
Dalmatinerstein ist kein Jaspis

»Dalmatinerstein« ist KEIN Jaspis

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Dieses schwarz-weiß gesprenkelte Gestein, welches nach der Hunderasse der Dalmatiner benannt wurde, ist lange Zeit für ein Porphyrit (einem vulkanischen Gestein) gehalten worden. Auch andere Mutmaßungen über die mineralogische Zusammensetzung und Entstehungsweise dieses Gesteins, die von einem vulkanischen Porphyrit bis zu einem Gestein mit schwarzem Turmalin reichten, waren wissenschaftlich nicht belegt.

Grund genug für das EPI-Labor, dieses Gestein einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Schon die ersten Analysen der Gefügestruktur ließen die Vermutung aufkommen, dass es sich bei diesem Stein um ein Ganggestein handeln könnte. Um diese Vermutung zu verifizieren, war es notwendig den Mineralgehalt dieses Gesteins genauer zu bestimmen. Von besonderem Interesse waren dabei die Entstehungsweise und der Mineralgehalt der schwarzen Flecken. Deshalb versuchten wir zunächst mit Hilfe einer Raman-Laser-Analyse herauszufinden, woraus diese schwarzen Flecken bestehen. Die Analysen ergaben, dass es sich bei den schwarzen Punkten nicht um Turmalin handeln kann, sondern um ein Mineral aus der Amphibolgruppe. Da diese Gruppe äußerst vielfältig ist und zahlreiche Mischkristallbildungen aufweist, konnten aus dem gewonnenen Raman-Spektrum keine genaueren Rückschlüsse gezogen werden.

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»Dumar« - ein Skarngestein - 5.0 out of 5 based on 116 votes
»Dumar«, China

»Dumar«, China

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Die Entstehung des Begriffs »Dumar« ist unbekannt. Ob der Name etwas mit dem span. Mar = Meer zu tun hat ist nicht überliefert. Als Herkunft wird "China" angegeben.

Wie viele andere neu entdeckte Gesteine, so wurde auch »Dumar« zunächst als "Jaspis", genauer gesagt als "Lotusjaspis" bezeichnet. Mit Jaspis hat das Gestein aber nicht das Geringste zu tun. Mineralogische Untersuchungen haben ergeben, dass es sich um ein sehr komplexes Skarn-Gestein handelt. Skarne sind durch Metasomatose aus Kalk- oder Dolomitgesteinen entstandene metamorphe Gesteine, die sich durch Stoffaustausch mit silikatreichem Nebengestein bilden.

Der Dumar-Skarn besteht aus einer verkieselten Grundmasse mit sehr feinkörnigem Tremolit, der stellenweise mit Dolomit und Calcit verwachsen ist. Hinzu kommen radialstrahlig angeordneter Augit und Ägirinaugit in größeren Kristallen, die in den helleren Bereichen mit Albit verwachsen sind. Dazwischen finden sich violette Bereiche aus Fluorit, der stellenweise idiomorphe Kristalle ausbildet.

 

Detailliertere Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Archiv.

 

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Eilat-Stein

»Eilat-Stein«, Israel

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Immer wieder kommt es vor, dass ein Handelsname, der sich im Laufe der Geschichte als Qualitätsbegriff etabliert hat, auch dann beibehalten wird, wenn diese Qualitäten schon längst nicht mehr verfügbar sind. Nicht selten wird der Name dann einfach auf andere Steine oder Farbvarietäten übertragen, die entfernt ähnlich aussehen wie das Original. So auch bei dem sogenannten  »Eilat-Stein«, der sowohl im Internet als auch im Homeshopping-Fernsehen immer wieder auftaucht.

Das klassische Vorkommen dieses bunten Gesteins liegt 25 km nördlich der Stadt Eilat, am Südzipfel des Staates Israel. Im dortigen Timna-Tal, am Rande der Negev-Wüste, wurde schon vor über 5000 Jahren Kupfererz abgebaut. In der gleichen Gegend liegen auch die legendären Kupferminen des König Salomon, aus denen ein Großteil des im alten Ägypten verarbeiteten Türkis stammte.

»Eilat-Stein« setzt sich aus einer Vielzahl von Kupfermineralien zusammen, vor allem Carbonatmineralien (Malachit, Azurit), Phosphatmineralien (Pseudomalachit, Türkis) und Silikaten (Chrysokoll, Quarz). Je nachdem wie diese Bestandteile verteilt sind, dominieren blaue, blaugrüne oder auch grüne Farbtöne. Diese Kupfermineralisationen sind in einem rund 550 Millionen Jahren alten magmatischen Komplex von überwiegend granitischer Zusammensetzung entstanden. Die magmatische Aktivität erzeugte kupferhaltige Lösungen, aus denen Kupfermineralien auskristallisierten, die in der Oxidationszone zu komplexen Mineralvergesellschaftungen führten. 

Seit das Fundgebiet zum Nationalpark erklärt wurde, ist der originale »Eilat-Stein« so gut wie nicht mehr im Handel. Er wurde ersetzt durch nebengesteinsreiche Chrysokoll-Malachite aus Peru. Sie enthalten zwar auch die Carbonat- und Silikatmineralien des ursprünglichen »Eilat-Steins«, es fehlen ihnen jedoch die Phosphatmineralen. Das was in den peruanischen Steinen manchmal wie hellblauer Türkis aussieht ist Chrysokoll, was anhand seiner Fähigkeit im rohen, unbehandelten Zustand an der Zunge zu kleben, leicht überprüft werden kann.

Wer also einen echten »Eilat-Stein« erwerben möchte, sollte ein besonderes Augenmerk auf das vorhandensein von Phosphatmineralien legen, die ein gutes Echtheitsmerkmal darstellen.