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»Afrikanischer Türkis« - 5.0 out of 5 based on 111 votes

Mit Chrysokoll durchwachsenes Diorit Gestein wird oft fälschlicherweise als "Afrikanischer Türkis" angeboten.

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

 

Ein fein verteiltes, pulveriges Mineral sorgt in diesem Gestein für eine blaugrüne Farbe. Da das Gestein bei mehreren Händlern als "afrikanischer Türkis" angeboten wurde, wir aber unsere Zweifel hatten, wurden der tatsächliche Mineralbestand und die Gesteinsart bestimmt.

 

Anhand von röntgendiffraktometrischen Untersuchung konnten die Bestandteile Chlorit, Kaolinit, Muskovit (Illit), Quarz, Anorthit bzw. Albit und eventuell Epidot und ein Amphibol identifiziert werden. Diese Mineralzusammensetzung ist typisch für ein zersetztes granitisches Gestein, gibt aber noch keinen Aufschluss über die Identität des farbgebenden blaugrünen Minerals.

Eine Dünnschliffanalyse zeigte etliche Hinweise, dass es sich um ein zersetzten Quarz-Diorit handelt, in dem es vor allem entlang von Rissen und Spalten zur Bildung von Chrysokoll kam.

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Andara Crystal - 5.0 out of 5 based on 11 votes

künstliches Produkt "Andara Crystal" (Flaschenglas)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

 

Im englischen Sprachgebrauch wird der Begriff "Crystal" sowohl für natürliche Kristalle als auch für künstliches Kristallglas verwendet. Diese unangemessene Situation existierte im 19. Jahrhundert auch im deutschen Sprachraum, als der Begriff "Kristall" für Bleiglasprodukte mit hohem Glanz (z.B. Kronleuchter oder Trinkgefäße) verwendet wurde. Glücklicherweise ist der Begriff inzwischen ungebräuchlich geworden und veraltet. Heute spricht man im Deutschen ausnahmslos von »Kristallglas«. Nicht so im Englischen.

Am ausführlichsten zelebriert diese irreführende Verwendung des Begriffs "Crystal" die Fa. Swarowski, die aus Marketing-Gründen den Begriff GLAS stets zu vermeiden versucht und lieber von »Swarowski Crystal« oder im deutschsprachigen Raum von »Swarowski Kristall« spricht. Gerade bei Schmuckstücken besteht jedoch ein erhebliches Verwechslungsrisiko mit natürlichen Produkten (Edelsteinen), weshalb diese Begriffe zu vermeiden sind.

Im Falle von »Andara Crystal« wird dieses Risiko nochmals potenziert, indem Rohstücke und Trommelsteine angeboten werden, die als "von natürlichen Fundorten" stammend beschrieben werden. Im Internet kursieren auch Fotos von metergroßen Rohstücken, die ein natürliches Vorkommen suggerieren sollen.

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Bedampfte Schmucksteine - 5.0 out of 5 based on 118 votes

Bedampfter Quarz und Topas finden im Schmuckbereich eine immer größer werdende Verbreitung

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

 

Sie tragen verheißungsvoll klingende Fantasienamen wie "Angel Aura", "Aqua Aura" oder "Tanzan Aura Quarz": künstlich mit metallischen Überzügen bedampfte Schmucksteine verbreiten sich sowohl in Form von geschliffenem Schmuck als auch als behandelte Rohkristalle immer mehr im Handel.

Das Verfahren, mit dem die Kristalle bedampft werden, wird "Plasma-Sputtering" (engl.: to sputter = zerstäuben) genannt und funktioniert wie ein Brennofen, in dem ein 2000°C heißes Plasma erzeugt wird. Dabei verdampft an einer als Kathode fungierenden Elektrode ein Metall, das im Plasma in seine atomaren Bestandteile zerlegt wird und sich anschließend auf allen Gegenständen abscheidet, die sich als Anode in der Nähe befinden.

Ursprünglich wurde das Verfahren dazu entwickelt, beliebige Materialien mit neuen elektrischen und optischen Eigenschaften zu versehen. Aber bereits in den 1970er Jahren entdeckte man, dass die Methode hervorragend geeignet ist, um bei Quarz und Topas künstliche Farbvarietäten für den Schmuckmarkt zu erzeugen. In der Folge kamen einige bis dahin unbekannte Farbvarietäten auf den Markt (z.B. "Mystic Fire Topaz") und eine Menge bereits bekannter Varietäten nach Art von Citrin, Amethyst, Goldtopaz usw.

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Die beiden einzigen weltweit anerkannten »Jaden« sind: Jadeit-Jade und Nephrit-Jade. Sie gehören zwei unterschiedlichen Mineralgruppen an, deren einzelne Mitglieder in ihrem Aussehen sehr ähnlich sein können.

Jadeit-Jade

Jadeit

Jadeit-Jade Skulptur

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Jadeit ist ein Mineral aus der Familie der Pyroxene. Eine Eigenschaft dieses Minerals ist, dass es ein monomineralisches Gestein bilden kann, in dem eine Vielzahl von Mineralkörner eng miteinander verwachsen sind. Dadurch erlangen Jadeit-Gesteine eine große Zähigkeit.

Die begehrteste Farbe von Jadeit-Jade ist ein durch Chrom verursachtes, intensives Grün. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Farbvarietäten wie weiß, schwarz, gelb, rosa, rot, braun und rotviolett (»Lavendeljade«).

Grüner Jadeit kommt in 3 Qualitätsstufen auf den Markt:

  • Die beste Qualität wird als Imperial Jade oder Grade A-Jade (kurz: A-Jade) bezeichnet. Sie besitzt ein kräftige, grüne Farbe und ist durchscheinend.
  • B-Jade wird in starken Säuren gekocht, um Verunreinigungen (z.B. Eisenoxide) aus den Rissen zu entfernen, die anschließend mit Wachs oder Kunstharz versiegelt werden.
  • C-Jade ist wie B-Jade behandelt und zusätzlich noch grün eingefärbt.

 

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Der Begriff »Ye Ming Zhu« wird (ähnlich wie der Begriff »Jade«) für kein einzelnes Mineral benutzt, sondern für eine ganze Reihe verschiedener Minerale und künstlicher Produkte. Ihr gemeinsames Merkmal ist, dass sie die besondere optische Eigenschaft des Phosphoreszierens zeigen, wenn sie dem Tageslicht ausgesetzt werden.

 

Ye Ming Zhu

Ye Ming Zhu - eine phosphoreszierende Keramik (Kunstprodukt)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Die Liste der natürlichen Minerale, bei denen unter seltenen Umständen ein Phosphoreszieren beobachtet werden kann, ist lang: Apatit, Calcit, Coelestin, Diamant und Fluorit gehören genauso dazu wie Granat, Magnesit, Opal, Spinell, Spodumen und Zirkon. Diese Minerale beginnen jedoch nur dann zu phosphoreszieren, wenn sie in geringen Mengen bestimmte Verunreinigungen enthalten. Sphalerit (Zinkblende, Zinksulfid), der mit weniger als 1% Kupfer (Cu) oder Silber (Ag) verunreinigt (dotiert) ist, leuchtet gelblich-grün nach. Ist er mit Europium ( aus der Gruppe der Seltenen Erden) dotiert, erreicht er eine deutlich längere (und hellere) Phosphoreszenz-Zeit.

Auch Erdalkali-Aluminate, die mit Seltenen-Erden-Elementen verunreinigt sind, können sekunden- bis minutenlang phosphoreszieren. Vor allem die Seltenen Erden Elemente: Lanthan (La), Europium (Eu) und Dysprosium (Dy) können mit Elementen des Wirtsminerals - z.B. Calcium (Ca), Strontium (Sr), Barium (Ba) und Aluminium (Al) - in Interaktion treten und Lichtenergie speichern, die dann als sichtbares Leuchten verzögert wieder abgegeben wird.

Nach den Recherchen des EPI-Labors werden im Internet mehrere Arten »Ye Ming Zhu« angeboten: