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Shattuckit-Chrysokoll-Quarz - 4.6 out of 5 based on 83 votes

 

Shattuckit-Chrysokoll-Quarz

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Aus der Kupferlagerstätte Tantara im Kongo, die früher schon sehr schöne Mischungen von Plancheit und Shattuckit mit Dioptas und weißem Calcit lieferte, kommt auch ein Gestein, das aus Shattuckit, Quarz, Chrysokoll, Azurit, Malachit, Bornit und weiteren Kupfererzen besteht und verkürzt als "Shattuckit" vermarktet wird.

Das mittel- bis dunkelblaue Kupfermineral Shattuckit tritt üblicherweise als feinnadelige bis faserige Kristalle in radialstrahligen oder massigen Mineral-Aggregaten auf. Es bildet sich als Sekundärmineralisation in der Oxidationszone von Kupfer-Lagerstätten. Mit einer Mohs-Härte von 3½ ist es zu weich für die Schmuckherstellung und es steht in reiner Form auch nicht in ausreichender Quantität zur Verfügung, als dass es als Schmuckstein verwendet werden könnte.

Eingebettet in Quarz und zusammen mit anderen Kupfermineralien wie himmelblauem Chrysokoll und/oder grasgrünem Malachit bildet es jedoch eine Mineralzusammenstellung, die nicht nur optisch sehr ansprechend ist, sondern auch gut polierbare Schmucksteine ergibt.

 

Detailliertere Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.

 

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Eilat-Stein, Israel

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Immer wieder kommt es vor, dass ein Handelsname, der sich im Laufe der Geschichte als Qualitätsbegriff etabliert hat, auch dann beibehalten wird, wenn diese Qualitäten schon längst nicht mehr verfügbar sind. Nicht selten wird der Name dann einfach auf andere Steine oder Farbvarietäten übertragen, die entfernt ähnlich aussehen wie das Original. So auch bei dem sogenannten  »Eilat-Stein«, der sowohl im Internet als auch im Homeshopping-Fernsehen immer wieder auftaucht.

Das klassische Vorkommen dieses bunten Gesteins liegt 25 km nördlich der Stadt Eilat, am Südzipfel des Staates Israel. Im dortigen Timna-Tal, am Rande der Negev-Wüste, wurde schon vor über 5000 Jahren Kupfererz abgebaut. In der gleichen Gegend liegen auch die legendären Kupferminen des König Salomon, aus denen ein Großteil des im alten Ägypten verarbeiteten Türkis stammte.

Eilatstein setzt sich aus einer Vielzahl von Kupfermineralien zusammen, vor allem Carbonatmineralien (Malachit, Azurit), Phosphatmineralien (Pseudomalachit, Türkis) und Silikaten (Chrysokoll, Quarz). Je nachdem wie diese Bestandteile verteilt sind, dominieren blaue, blaugrüne oder auch grüne Farbtöne. Diese Kupfermineralisationen sind in einem rund 550 Millionen Jahren alten magmatischen Komplex von überwiegend granitischer Zusammensetzung entstanden. Die magmatische Aktivität erzeugte kupferhaltige Lösungen, aus denen Kupfermineralien auskristallisierten, die in der Oxidationszone zu komplexen Mineralvergesellschaftungen führten. 

Seit das Fundgebiet zum Nationalpark erklärt wurde, ist der originale Eilatstein so gut wie nicht mehr im Handel. Er wurde ersetzt durch nebengesteinsreiche Chrysokoll-Malachite aus Peru. Sie enthalten zwar auch die Carbonat- und Silikatmineralien des ursprünglichen Eilat-Steins, es fehlen ihnen jedoch die Phosphatmineralen. Das was in den peruanischen Steinen manchmal wie hellblauer Türkis aussieht ist Chrysokoll, was anhand seiner Fähigkeit im rohen, unbehandelten Zustand an der Zunge zu kleben, leicht überprüft werden kann.

Wer also einen echten Eilatstein erwerben möchte, sollte ein besonderes Augenmerk auf das vorhandensein von Phosphatmineralien legen, die ein gutes Echtheitsmerkmal darstellen.

 

 

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»Hilutit« - ein Zirkon-Granat-Quarzit aus Sri Lanka - 4.4 out of 5 based on 110 votes

 

Zirkon-Granat-Quarzit, Sri Lanka

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Im Jahre 2004 kam ein rötliches Gestein auf den Markt, das unter dem Handelsnamen "Hilutit" (angeblich eine Verballhornung von "Hilft und tut gut") vermarktet wurde. Es stammt aus Sri Lanka, der genaue Fundort wurde jedoch geheim gehalten.

Eine Dünnschliffanalyse des EPI-Instituts ergab damals, dass es sich um ein quarzreiches Gestein (Quarzit) handelt, mit Einlagerungen von Granat und Zirkon.

Spätere Untersuchungen ergaben neben Quarz vor allem Goethit und Zirkon. Die gefundenen Abweichungen im Mineralstoffgehalt machten weiterführende Untersuchungen erforderlich, bei denen modernste Analyseverfahren wie z.B. die Ramanspektroskopie zum Einsatz kamen.

Das Ramanspektrum zeigte eine perfekte Quarzsignatur, die so intensiv war, dass die Signaturen der winzigen Einschlüsse komplett im Hintergrundrauschen untergingen.

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»Tsesit«® - eine Goethit-Konkretion - 4.9 out of 5 based on 167 votes

Goethit-Konkretion, Namibia

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Namensgebend für diese knolligen bis rundlich flachen Steine ist die Ortschaft Tses in der Nähe des Fundorts, 180 km südlich der Hauptstadt Windhuk in Namibia. Tsesit® besitzt eine harte und glänzende Oberfläche, die als "Wüstenlack" bezeichnet wird. Wüstenlack ist ein dunkler, lack- bis firnisartiger Überzug aus Eisen- und Manganoxiden, der alle Arten von Gesteine überzieht, die den extremen Hitze- und Feuchtigkeitsbedingen von Wüstengebieten ausgesetzt sind.

Mit Hilfe von Röntgendiffraktionsanalysen (RDA) konnte das EPI-Labor frühere Untersuchungen des Labors der Deutschen Stiftung Edelsteinforschung (DSEF) bestätigen und Tsesit® als nahezu vollständig aus dem Eisenerz Goethit bestehend identifizieren.

Entstehung (Genese)
Vorstellungen, dass die Goethit-Knollen zunächst im Verlauf einer fortschreitenden Diagenese aus verwittertem Markasit entstanden sind und dann durch einen Meteoriteneinschlag in einer Art Streufeld über viele qkm verteilt wurden, konnten nicht bestätigt werden. Gesteine, die der gewaltigen Schockwelle eines Meteoritenabsturzes ausgesetzt wurden, zeigen charakteristische Mikrorisse (Schockrisse), die in keiner der untersuchten Tsesit®knollen vorgefunden wurden. Auch die Möglichkeit, dass es sich um verwitterte Eisen-Nickel Meteorite handeln könnte, kommt nicht in Betracht, weil Tsesit® völlig nickelfrei ist.

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»Regenbogen-Basalt« - 5.0 out of 5 based on 45 votes

 

»Regenbogen-Basalt«, USA

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Der Handelsname »Regenbogen-Basalt« steht für einen dunklen Basalt aus Michigan (USA) mit rundlichen Hohlraumfüllungen aus einem komplexen Mineralgemenge aus rosaroten und grünen Feldspäten, grauem Quarz und ein wenig Calcit.

Basalte entstehen überall dort, wo in vulkanisch aktiven Zonen dünnflüssiges, kieselsäurearmes Magma an der Erdoberfläche austritt und dort relativ schnell zu Basaltlava erkaltet. Neben den sehr feinkörnig auskristallisierten Plagioklas-Feldspäten und Pyroxen-Mineralien können aus dem Erdmantel mitgebrachte Mineralien wie Olivin und Magnetit vorhanden sein oder auch noch nicht kristallisierte glasige Bestandteile. Da Basaltlaven mitunter recht gasreich sind, sind blasenartige Hohlräume häufig anzutreffen.

Eine Dünnschliffanalyse zeigte, dass die ursprünglich vorhandenen Mineralien zum Teil stark verwittert sind. Die ehemaligen blasenartigen Hohlräume sind mit zahlreichen, zum Teil komplexen Mineralisationen ausgefüllt.

Nachweisbar waren neben Feldspat und Calcit vor allem Quarzkriställchen. Die Feldspäte sind nicht mehr frisch, sondern haben sich zum Teil in Tonminerale zersetzt. Hinzu kommen optisch nicht näher bestimmbare Zeolithminerale.

Die bunten Farben sind zurück zu führen auf das Vorhandensein von Eisenoxiden (Hämatit, Goethit), was zu rötlichen Farbtönen führt und von Zeolithen und verwitterten Feldspäten, die grünlich erscheinen.

Die Grundmasse, die diese gefüllten Hohlräume umgibt, ist homogen und besteht vor allem aus Plagioklas-Feldspat. Dazwischen finden sich serpentinisierte Olivine und sehr vereinzelt Augite. Das reichlich vorhandene Eisenoxid, das wohl ursprünglich aus Magnetit bestand, hat sich in wenig Hämatit und reichlich Goethit umgewandelt. Die zwischen den Kristallen sitzenden Reste von Glas deuten auf ein Alter von weniger als ca. 150 Millionen Jahre hin.

Regenbogen-Basalt ist demnach ein relativ junger Basalt, der durch die ästhetisch ansprechenden bunten Hohlraumfüllungen seinen Weg in den Schmuckhandel gefunden hat.

 

Detailliertere Informationen zu diesem prägnanten Gestein finden Sie in unserem Archiv.