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»Dalmatinerstein« - ein Aplit-Gestein - 5.0 out of 5 based on 89 votes

 

»Dalmatinerstein«

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Dieses schwarz-weiß gesprenkelte Gestein, welches nach der Hunderasse der Dalmatiner benannt wurde, ist lange Zeit für ein Porphyrit (einem vulkanischen Gestein) gehalten worden. Das für Porphyrite untypische, deutlich körnige Erscheinungsbild ließ jedoch Zweifel an der Richtigkeit dieser Zuordnung aufkommen.

Kürzlich durchgeführte mineralogische Untersuchungen des EPI-Instituts ergaben, dass es sich bei diesem Stein um ein Ganggestein handelt, welches als »Aplit« bezeichnet wird. Aplite sind weiße bis hellgraue, feinkörnige, manchmal zonierte Ganggesteine, welche vorwiegend aus Kalifeldspat und Quarz bestehen. Sie bilden sich bei der schnellen Abkühlung einer Restschmelze in den aufreißenden Klüften eines erkaltenden magmatischen Körpers.

Eine besondere Herausforderung stellte die Identifizierung der schwarzen Flecken dar, die sich unter dem Mikroskop als winzig kleine, radialstrahlig angeordnete Kristallaggregate zeigten. Erst mit Hilfe der Raman-Laseranalyse ließen sich die Kriställchen als Amphibolmineralien identifizieren. Insgesamt besteht dieses Gestein also hauptsächlich aus Quarz, Kalifeldspat und Amphibol.

Diese neuen Erkenntnisse legen nahe, das weithin gebräuchliche Synonym "Dalmatiner-Jaspis" zukünftig nicht mehr zu verwenden und durch den Begriff »Dalmatinerstein« zu ersetzen, da dieses Gestein definitiv kein Jaspis enthält.

 

Detailliertere Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.

 

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Zitronenmagnesit (früher: Zitronenchrysopras) - 5.0 out of 5 based on 115 votes

 

Zitronenmagnesit mit einer kleinen Quarz-Ader

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Eine besondere Variante nickelhaltigen Magnesits kommt unter dem Handelsnamen "Zitronenchrysopras" auf den Markt. Es stammt aus dem Bereich der östlichen Goldfelder der Central Division Mine in Westaustralien.

Das Gestein tritt als Knollen und Adern in einem stark verwitterten Serpentinit auf. Deshalb zeigten die Rohstücke oft einen äußeren Rand aus stark korrodiertem und zu Laterit verwitterten, bräunlichen Serpentin. Daran anschließend finden sich hin und wieder schmale, grüne, z.T. durchscheinende Bereiche aus Chrysopras bzw. grünem Opal. Der größte Teil besteht jedoch aus einem grünlich-gelben, undurchsichtigen Magnesit, der allenfalls von durchscheinenden Chalcedon-Adern durchzogen wird. Untersuchungen des Gemmological Institutes of Amerika (GIA) konnten zeigen, dass die Quarz (Chalcedon) Adern farblos sind und deshalb nicht als Chrysopras bezeichnet werden können.

Seit im Jahre 1996 die ersten größeren Mengen auf der Mineralienmesse in Tucson (USA) angeboten wurden, ist die Nachfrage kontinuierlich gestiegen, das Angebot an qualitativ hochwertiger Ware aber kontinuierlich gefallen. Seit dem Jahr 2004 beobachten wir eine divergente Entwicklung. Zunächst wurde gelbgrüner, nickelhaltiger Magnesit ohne Chrysoprasanteil vermarktet, anschließend dann ein beiger, fast weißer, verkieselter Magnesit ohne Nickel. Das Material stammt möglicherweise aus den Randbereichen der Abbaugebiete oder von anderen Fundpunkten, z.B. vom Lake Rebecca, im Bulong Komplex am Lake Yindarlgooda, bei Kambalda und Wingellina, sowie vereinzelt nahe der Yundamindera Station.

Fazit
In seiner qualitiv hochwertigsten Form besteht das Gestein aus hellgrünem, zum Teil verkieseltem Nickel-Magnesit mit Adern von Chalcedon oder Quarz. Was heute unter dem Namen "Zitronenchrysopras" angeboten wird, besteht nach Untersuchungen des Instituts für Edelsteinprüfung (EPI) entweder aus grünlichem, nicht verkieseltem nickelhaltigem Magnesit oder aus beige-grauem, verkieseltem Magnesit.

 

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»Hilutit« - ein Zirkon-Granat-Quarzit aus Sri Lanka - 4.4 out of 5 based on 110 votes

 

Zirkon-Granat-Quarzit, Sri Lanka

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Im Jahre 2004 kam ein rötliches Gestein auf den Markt, das unter dem Handelsnamen "Hilutit" (angeblich eine Verballhornung von "Hilft und tut gut") vermarktet wurde. Es stammt aus Sri Lanka, der genaue Fundort wurde jedoch geheim gehalten.

Eine Dünnschliffanalyse des EPI-Instituts ergab damals, dass es sich um ein quarzreiches Gestein (Quarzit) handelt, mit Einlagerungen von Granat und Zirkon.

Spätere Untersuchungen ergaben neben Quarz vor allem Goethit und Zirkon. Die gefundenen Abweichungen im Mineralstoffgehalt machten weiterführende Untersuchungen erforderlich, bei denen modernste Analyseverfahren wie z.B. die Ramanspektroskopie zum Einsatz kamen.

Das Ramanspektrum zeigte eine perfekte Quarzsignatur, die so intensiv war, dass die Signaturen der winzigen Einschlüsse komplett im Hintergrundrauschen untergingen.

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»Golden Amphibolite«, Australien

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Ein grobkörniges amphibolreiches Gestein mit goldgelbem Flächenglanz, ist unter der engl. Bezeichnung »Golden Amphibolite« im Handel.

Amphibolit zeigt in der Regel ein schwarz-weiß gesprenkeltes fein-, mittel- bis grobkörniges Gefüge (Spitzname »Salz-und-Pfeffer-Stein«), welches häufig auch Bänderungen zeigt. Das Gestein besteht generell aus Plagioklas-Feldspat (in meist weißer bis hellgrauer Farbe) sowie Amphibolminerale (Hornblende oder Anthophyllit), die üblicherweise schwarz erscheinen, aber auch braun bis dunkelgrün sein können. Nur in seltenen Fällen zeigen die Amphibole so leuchtend goldgelb-braune Farben wie im »Golden Amphibolite«.

Entstehung
»Golden Amphibolite« entsteht durch die metamorphe Umwandlung von magmatischem Gabbro oder vulkanischem Basalt (Ortho-Amphibolit), bei Temperaturen von 500° - 700° C und einem Druck von 5 - 10 kbar  (das entspricht einer Tiefe von etwa 15 bis 30 km). Solche Bedingungen treten in der Regionalmetamorphose von Gebirgsbildungsprozessen auf.

Vorkommen
Goldgelb irisierende Ortho-Amphibolite kommen an mehreren Stellen der Erde vor. Die kommerziell verwendeten Exemplare stammen aus den USA (Wyoming, New  Hampshire, Massachusetts) oder aus Westaustralien. Andere Mitglieder dieser Gesteinfamilie stammen aus Grönland und werden unter dem Handelsnamen »Nuummit vermarktet«.

Farbursache
Untersuchungen von Dietrich et al. (1988) zeigten, dass das außergewöhnliche Aussehen des Wyoming-Gesteins (zumindest teilweise) dadurch entstanden ist, dass seine Amphibolkörner in mehreren Stufen teilweise bis vollständig zu einer Mischung aus Goethit und opalhaltigem Quarz zerfallen sind. Diese durch mikroskopische, röntgenologische und chemische Untersuchungen festgestellte Mineralzusammensetzung ist makroskopisch nicht erkennbar. Es ist wahrscheinlich, dass auch »Golden Amphibolite« aus anderen Teilen der Welt ihre Farbe durch eine teilweise Umwandlung erhalten haben, wobei Eisenoxide (Goethit) in dünnen Plättchen und Schüppchen zu dem auffälligen irisierenden Goldschimmer führen.

Lit.: Appel et al,1987, A new gem material from Greenland: Iridescent  orthoamphibole.  Gems & Gemology, Vol. 23, No. 1, pp.36-42
       Dietrich et al, 1988, A Gem-Quality Iridescent Orthoamphibole From Wyoming. Gems & Gemology, Vol. 24, No.3, pp. 161-164

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Anthophyllit-Schiefer - 4.2 out of 5 based on 128 votes

 

Anthophyllit-Schiefer

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Irisierende Anthophyllit-Garben in einem Gestein mit rotbraunem, körnigem Epidot, farblosem Cordierit und viel Pyrit ist sicherlich eine exotische Mineralzusammensetzung. Es gibt nur wenige Gesteine, in denen das Amphibolmineral Anthophyllit besondere Lichtreflexe zeigt. Eines davon kommt in Grönland vor und ist als »Nuu(m)mit« bekannt. Meist ist Anthopyllit jedoch unscheinbar grau-braun und kann auch in einer feinfaserigen Variante als Anthophyllit-Asbest auftreten. Der als Schmuckstein angebotene Anthophyllit-Schiefer enthält jedoch Garben und Stängel, die deutlich größer sind als die von Asbestfasern und stellt deshalb kein Problem dar.

Elementanalysen mit dem Rasterelektronenmikroskop (REM) konnten zeigen, dass der Eisengehalt des Anthophyllits deutlich erhöht ist, weshalb das Mineral mineralogisch korrekt als "Ferro-Anthophyllit" zu bezeichnen wäre. Im Unterschied zum ähnlichen Amphibolmineral Arfvedsonit, enthält das Mineral jedoch kein Natrium.

Anthophyllit-Schiefer wird oft mit Astrophyllit-Syenit verwechselt. Bei genauem Hinsehen können beide Gesteine anhand ihres unterschiedlichen Farbschillers unterschieden werden. Anthophyllit-Schiefer irisiert in blau-metallischen Farben, wohingegen Astrophyllit-Syenit in braunen, goldglänzenden Farben glänzt.

 

Detaillierte Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.

 

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