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»Sonora Sunrise« - ein farbenprächtiges Kupfererz - 4.8 out of 5 based on 104 votes

 

»Sonora Sunrise«, Mexiko

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Dieses farbenfrohe Gestein kommt aus der Milpillas Kupfermine, die westlich der Ortschaft Cananea in der Sonora Wüste Nord-Mexikos liegt. Die kleine Mine produziert nur wenig Material, weshalb die Steine seit ihrer Markt-Einführung im Jahre 2006 hohe Preise erzielen.

Je nach Mineralverteilung variieren die Farben von einem dunkelroten Braun mit olivgrünen Flecken bis hin zu schwarzen Zonen mit einem metallischen Schimmer, die patchworkartig vermengt sind mit blauen und grünen Zonen von eng mit einander verwachsenen Mineralien. Mittels röntgenographischer Methoden konnten die grün-blaue n Bereiche als eine Verwachsung des Kupfersulfats Brochantit, mit dem grünen Kupfersilikat Chrysokoll identifiziert werden. Die braun- bis orangeroten Bereiche bestehen aus dem Kupfer(I)oxid Cuprit welches wiederum mit dem schwarzen Kupfer(II)oxid Tenorit verwachsen ist.

Diese Mineralzusammensetzung ist typisch für die Oxidationszone kupferhaltiger, sulfidischer Erzkörper. Kupferoxide wie Cuprit und Tenorit bilden sich durch Oxidation aus verschiedenen Kupfersulfiden bzw. gediegen Kupfer. Brochantit und Chrysokoll sind typische Sekundärmineralien, die oft durch Infiltration von schwefel- und siliziumhaltigen Lösungen im Zusammenhang mit hydrothermalen Vorgängen entstehen.

Jedes dieser Kupfermineralien für sich genommen ist nicht unbedingt selten oder spektakulär. Ihre Kombination jedoch macht dieses Gestein zu einem selten farbenfrohen Schmuckstein. Die außergewöhnliche Farbkombination kommt am schönsten im Cabochonschliff zur Geltung, weshalb das Material vor allem zu Schmuck verarbeitet wird.

 

Detailliertere Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.

 

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»Dumar« - ein Skarngestein - 5.0 out of 5 based on 116 votes

 

»Dumar«, China

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Die Entstehung des Begriffs Dumar ist unbekannt. Ob der Name etwas mit dem span. Mar = Meer zu tun hat ist nicht überliefert. Als Herkunft wird "China" angegeben.

Wie viele andere neu entdeckte Gesteine, so wurde auch Dumar zunächst als ”Jaspis“, genauer gesagt als ”Lotusjaspis“ bezeichnet. Mit Jaspis hat das Gestein aber nicht das Geringste zu tun. Mineralogische Untersuchungen haben ergeben, dass es sich um ein sehr komplexes Skarn-Gestein handelt. Skarne sind durch Metasomatose aus Kalk- oder Dolomitgesteinen entstandene metamorphe Gesteine, die sich durch Stoffaustausch mit silikatreichem Nebengestein bilden.

Der Dumar-Skarn besteht aus einer verkieselten Grundmasse mit sehr feinkörnigem Tremolit, der stellenweise mit Dolomit und Calcit verwachsen ist und die grünen Bereiche bildet. Hinzu kommen radialstrahlig angeordneter Augit und Ägirinaugit in größeren Kristallen, die in den helleren Bereichen mit Albit verwachsen sind. Dazwischen finden sich violette Bereiche aus Fluorit, der stellenweise idiomorphe Kristalle ausbildet.

 

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»Tiffany Stein« (Fluorit-Opal-Jaspis) - 5.0 out of 5 based on 33 votes

 

Fluorit-Opal-Jaspis (Tiffany Stone)

Fluorit-Opal-Jaspis (Tiffany Stone)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Eine Vielzahl von kleinen Vorkommen im Südwesten Uthas (USA), die unter dem Namen "Spore Mountain Lavender Mines" einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangten, liefern dieses beige Gestein mit violetten Adern, welches in den USA als »Tiffany Stone« bekannt wurde. In Deutschland kam das Gestein unter dem nicht ganz stimmigen Namen "Fluorit-Opal" vor allem als Trommelsteine auf den Markt.

Es verdankt seine Entstehung der Aktivität von Vulkanen, die in einem Kalksteingebiet in mehreren Schüben große Mengen von silikatreichen Aschelagen deponierten. Zwischen den zeitlich weit auseinander liegenden Eruptionen bildeten sich quarzreiche Sedimente, die allmählich verfestigt und umgebildet wurden. Fluorhaltige Gase führten zu einer Imprägnation der Ablagerungen mit Fluorit. In einer älteren Periode wurden vor allem Quarz, Quarzit, Jaspis, Achat und Flint entlang des Kontakts zum darunter liegenden Kalkstein gebildet. Mit dem Kalkstein assoziierte Manganerze, wurden mit eingebunden und zeigen sich braune bis schwarze, oft metallisch glänzende Adern im Gestein.

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»Ozeanchalcedon« | »Ozeanachat« - 5.0 out of 5 based on 68 votes

 

Ozeanchalcedon ist in Meeressedimenten entstanden und wurde an der Meeresküste abgebaut (Foto: J. Sahlmann)

Radialstrahlige Chalcedon-Aggregate können sich auch zu achatartigen Strukturen verbinden. (Foto: EPI-Archiv)

»Ozeanchalcedon« ist in Europa nun schon seit einigen Jahren bekannt. Das oft auffällig bunte Gestein stammt von der Nordwestküste Madagaskars aus dem Mahajanga-Becken, welches in der Kreidezeit (vor 65 - 130 Mio. Jahren) noch ein flaches Meeresbecken war. Vor ca. 100 Mio. Jahren kam es zu einer tektonischen Hebung des Gebietes und zu vulkanischen Aktivitäten, in deren Verlauf quarzreiche, hydrothermale Flüssigkeiten in die Kalk- und Tonsedimente eindrangen und Schichten und Gänge von Chalcedon bildeten.

Die primären Vorkommen nahe der Küste sind inzwischen weitgehend abgebaut. Ersatzmaterial aus der weiteren Umgebung zeigt meist nicht die typischen Merkmale von Ozeanchalcedon, sondern hat mehr Anteile an Jaspis und Nebengestein.

Die Handelsnamen für diese Chalcedon Varietät haben sich in der Vergangenheit immer wieder geändert und wurden mit zunehmendem Kenntnisstand immer präziser. Ursprünglich wurde das Material vom Produzenten als "Oceanjasper", also als "Ozeanjaspis" angeboten. Wer sich das Gestein aber genau ansieht, wird deutliche achatartige Strukturen wahrnehmen. In Europa wurde das Material deshalb als "Ozeanachat" vermarktet.

Dr. W. Lieber aus Deutschland untersuchte das Gestein mit Hilfe von Gesteinsdünnschliffen. Er fand heraus, dass es sich bei dem Material um Chalcedon handelt, der partiell in radialstrahligen, kugeligen Strukturen auskristallisiert ist. Da solche kugeligen Strukturen in der Mineralogie "Sphärolithe" genannt werden, bezeichnete er das Material als »sphärolithischen Chalcedon«.

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»Dalmatinerstein« - ein Aplit-Gestein - 5.0 out of 5 based on 89 votes

 

»Dalmatinerstein«

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Dieses schwarz-weiß gesprenkelte Gestein, welches nach der Hunderasse der Dalmatiner benannt wurde, ist lange Zeit für ein Porphyrit (einem vulkanischen Gestein) gehalten worden. Auch andere Mutmaßungen über die mineralogische Zusammensetzung und Entstehungsweise dieses Gesteins, die von einem vulkanischen Porphyrit bis zu einem Gestein mit schwarzem Turmalin reichten, waren wissenschaftlich nicht belegt.

Grund genug für das EPI-Labor, dieses Gestein einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Schon die ersten Analysen der Gefügestruktur ließen die Vermutung aufkommen, dass es sich bei diesem Stein um ein Ganggestein handeln könnte. Um diese Vermutung zu verifizieren, war es notwendig den Mineralgehalt dieses Gesteins genauer zu bestimmen. Von besonderem Interesse waren dabei die Entstehungsweise und der Mineralgehalt der schwarzen Flecken. Deshalb versuchten wir zunächst mit Hilfe einer Raman-Laser-Analyse herauszufinden, woraus diese schwarzen Flecken bestehen. Die Analysen ergaben, dass es sich bei den schwarzen Punkten nicht um Turmalin handeln kann, sondern um ein Mineral aus der Amphibolgruppe. Da diese Gruppe äußerst vielfältig ist und zahlreiche Mischkristallbildungen aufweist, konnten aus dem gewonnenen Raman-Spektrum keine genaueren Rückschlüsse gezogen werden.

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