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Budstone (Grünschiefer) - 5.0 out of 5 based on 137 votes

 

Budstone (Grünschiefer), Südafrika

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Die inhomogene Beschaffenheit eines grünen Gesteins, das als Prasem mit Herkunft Südafrika vermarktet wird, ließ Zweifel an der Identität aufkommen. Die durchgeführten Röntgen (EDX)- und Raman-Analysen an verschiedenen Proben zeigten, dass es sich um ein Gestein mit komplexer und inhomogener mineralogischer Zusammensetzung handelt.

Analytische Untersuchungen

Die Röntgendiffraktionsanalyse (EDX) einer Probe mit besonders harten, dunkelgrünen bis schwarzen Einschlüssen zeigte neben Rutil und Chrom-Glimmer (Fuchsit) zu unserer Überraschung das seltene Mineral Eskolait. Eskolait kommt weltweit nur an 11 Fundorten (u.a. in Brasilien, USA, Russland, Indien und Finnland) vor. Seine Härte liegt bei 8½, also zwischen Spinell und Korund. Sein Begleitmineral Fuchsit hingegen hat die Härte 2½ - das führt zu großen Härteunterschiede innerhalb des Gesteins.

In einer anderen Probe fanden wir weitere Minerale wie Plagioklas-Feldspat, das Verwitterungsprodukt Kaolinit und in geringen Anteilen Klinochlor. Diese Befunde konnten durch Ramanlaser-Analysen bestätigt werden. Die Mineralparagenese spricht für ein metamorphes Gestein, dessen grüne Farbe durch Schichtsilikate (Fuchsit, Klinochlor) verursacht wird. Solche Gesteine werden in der Geologie als Grünschiefer bezeichnet.

Tsesit® (Goethit-Konkretion) - 4.9 out of 5 based on 164 votes

 

Goethit-Konkretion, Namibia

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Namensgebend für diese knolligen bis rundlich flachen Steine ist die Ortschaft Tses in der Nähe des Fundorts, 180 km südlich der Hauptstadt Windhuk in Namibia. Tsesit® besitzt eine harte und glänzende Oberfläche, die als "Wüstenlack" bezeichnet wird. Wüstenlack ist ein dunkler, lack- bis firnisartiger Überzug aus Eisen- und Manganoxiden, der alle Arten von Gesteine überzieht, die den extremen Hitze- und Feuchtigkeitsbedingen von Wüstengebieten ausgesetzt sind.

Mit Hilfe von Röntgendiffraktionsanalysen (RDA) konnte das EPI-Labor frühere Untersuchungen des Labors der Deutschen Stiftung Edelsteinforschung (DSEF) bestätigen und Tsesit® als nahezu vollständig aus dem Eisenerz Goethit bestehend identifizieren.

Entstehung (Genese)
Vorstellungen, dass die Goethit-Knollen zunächst im Verlauf einer fortschreitenden Diagenese aus verwittertem Markasit entstanden sind und dann durch einen Meteoriteneinschlag in einer Art Streufeld über viele qkm verteilt wurden, konnten nicht bestätigt werden. Gesteine, die der gewaltigen Schockwelle eines Meteoritenabsturzes ausgesetzt wurden, zeigen charakteristische Mikrorisse (Schockrisse), die in keiner der untersuchten Tsesit®knollen vorgefunden wurden. Auch die Möglichkeit, dass es sich um verwitterte Eisen-Nickel Meteorite handeln könnte, kommt nicht in Betracht, weil Tsesit® völlig nickelfrei ist.

Rhyolith (Handelsnamen: Llanite (engl.), Lliant, Llianit, Llanoith, Porphyrit, Que Sera Stein, Vulkanit) - 4.6 out of 5 based on 75 votes

 

Rhyolith, Madagaskar

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Ein rhyolithisches Gestein, das als "Llanite" (engl.), "Llanit" (dt.), "Llianit" oder "Llanoith", "Que Sera Stein" (span.) oder einfach als "Vulkanit" vermarktet wird, zeigt runde bis ovale Quarze, die in bläulichen Farbtönen schimmern. Der Überbegriff "Vulkanit" sagt zwar ganz richtig etwas über die Entstehungsweise aus ("vulkanischen Ursprungs"), aber nichts darüber, um was für ein Gestein es sich handelt (Vulkanite gibt es viele). Desweiteren kursiert noch die Bezeichnung "Porphyrit" - ein veralteter Begriff für Rhyolith. Die Name "Llanite" wurde nach einem seiner Fundorte im Llano County, Texas, USA vergeben. Alle anderen Namen sind frei erfundene Handelsnamen. Als Fundorte sind Brasilien, Madagaskar und die USA bekannt.

Der hier untersuchte Rhyolith stammt angeblich aus Madagaskar. Es handelt sich um einen schwach metamorph überprägten (Alkalifeldspat-) Rhyolith mit außergewöhnlich großen Einsprenglings-Kristallen. Bis zu 10 mm große Kalifeldspatkristalle und bis zu 5 mm große Quarz- und Plagioklaskristalle sind auch mit bloßem Auge gut erkennbar. Die Grundmasse ist gut kristallisiert und ohne Glasanteil. Sie besteht aus Quarz, sehr einschlussreichen Feldspäten und Glimmer.

Durch eine beginnende Metamorphose ist die ursprüngliche Grundmasse umkristallisiert und mit gröberen und orientiert eingelagerten Mineralen neu gebildet worden. Die größeren Feldspat- und Quarz-Einsprenglinge hingegen sind weitgehend erhalten geblieben. Dennoch hat der erhöhte Druck dazu geführt, dass der Quarz randlich korrodiert und plastisch deformiert wurde. Diese Deformation kann zu dem bläulichen Farbeindruck führen, der für die Quarze in diesem Gestein charakteristisch ist.

Beim "Llanite"-Rhyolith aus Texas werden fein verteilte Illmenit Einschlüsse für die blaue Farbe verantwortlich gemacht (Zolensky et al., 1988). In dem hier beschriebenen Rhyolith aus Madagaskar konnte jedoch kein Illmenit nachgewiesen werden.

 

 

 

Detaillierte Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.

 

Mariposit-Dolomit - 4.8 out of 5 based on 39 votes

 

Mariposit-Dolomit (Rohstein)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

»Mariposit-Dolomit« ist ein weißes Gestein mit grünen, schlierenartigen Einlagerungen, das an verschiedenen Stellen der Sierra Nevada, z.B. bei Coulterville im Landkreis Mariposa, in Kalifornien (USA) vorkommt. Nach diesem Landstrich wurde es von Silliman 1868 benannt. Es tritt dort in einer Kontaktzone von Tonschiefern und ultrabasischen Gesteinen auf. Das Gestein besteht aus Dolomit, Quarz und grünen Schichtsilikaten. Bei diesen Schichtsilikaten handelt es sich in einigen Fällen um nickelhaltigen Chlorit, meistens jedoch um Mariposit, einem chromhaltigen Muskovit-Glimmer.

Die Minerale der Glimmerfamilie werden nach ihrem Aussehen in Hellglimmer und Dunkelglimmer unterteilt. In der Gruppe der Hellglimmer nimmt vor allem der Muskovit eine dominante Stellung ein. Das in reinem Zustand farblose, transparente Mineral, erhält bei einer leicht veränderten Elementzusammensetzung Veränderungen in den physikalischen Eigenschaften (Biegsamkeit, Farbe). Solche Varietäten tragen eigene Namen wie »Fuchsit«, für einen chromreichen Glimmer, »Phengit« für einen SiO2 Glimmer und »Mariposit«, der reich an Crom und  SiO2 ist. Wegen seines Chrom und SiO2 Reichtums wird Mariposit manchmal auch als »chromhaltiger Phengit« bezeichnet.

»Regenbogen-Basalt« - 5.0 out of 5 based on 44 votes

 

»Regenbogen-Basalt«, USA

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Der Handelsname »Regenbogen-Basalt« steht für einen dunklen Basalt aus Michigan (USA) mit rundlichen Hohlraumfüllungen aus einem komplexen Mineralgemenge aus rosaroten und grünen Feldspäten, grauem Quarz und ein wenig Calcit.

Eine Dünnschliffanalyse zeigte, dass die ursprünglich vorhandenen Mineralien zum Teil stark verwittert sind. Die ehemaligen blasenartigen Hohlräume sind mit zahlreichen, zum Teil komplexen Mineralisationen ausgefüllt.

Nachweisbar waren neben Feldspat und Calcit vor allem Quarzkriställchen. Die Feldspäte sind nicht mehr frisch, sondern haben sich zum Teil in Tonminerale zersetzt. Hinzu kommen optisch nicht näher bestimmbare Zeolithminerale.

Die bunten Farben sind zurück zu führen auf das Vorhandensein von Eisenoxiden (Hämatit, Goethit), was zu rötlichen Farbtönen führt und von Zeolithen und verwitterten Feldspäten, die grünlich erscheinen.

Die Grundmasse, die diese gefüllten Hohlräume umgibt, ist homogen und besteht vor allem aus Plagioklas-Feldspat. Dazwischen finden sich serpentinisierte Olivine und sehr vereinzelt Augite. Das reichlich vorhandene Eisenoxid, das wohl ursprünglich aus Magnetit bestand, hat sich in wenig Hämatit und reichlich Goethit umgewandelt. Die zwischen den Kristallen sitzenden Reste von Glas deuten auf ein Alter von weniger als ca. 150 Millionen Jahre hin.

Regenbogen-Basalt ist demnach ein relativ junger Basalt, der durch die ästhetisch ansprechenden bunten Hohlraumfüllungen seinen Weg in den Schmuckhandel gefunden hat.

 

Detailliertere Informationen zu diesem prägnanten Gestein finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.

 

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