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USA beschließt Importverbot für Edelsteine aus Burma

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Eigentlich besteht in den USA schon seit langem ein Importverbot für alle Waren aus Burma. Edelsteine aus dem asiatischen Land fanden bisher jedoch regelmäßig über edelsteinverarbeitende Drittländer wie Indien, Thailand und China ihren Weg in die USA. Mit der Unterzeichnung des "Burmese JADE Act" am 29. Juli 2008 hat Präsident Bush die US-Sanktionen gegen die burmesische Militärjunta nun deutlich verschärft. Auch über Drittländer dürfen burmesische Edelsteine nun nicht mehr auf den US-Markt gebracht werden. Durch diese Maßnahme sollen der Militärjunta in Burma Hochrechnungen zufolge jährlich mehrere hundert Millionen Dollar verloren gehen.

Interessanterweise geht die Verschärfung der US-Sanktionen auf eine Initiative der amerikanischen Edelsteinproduzenten zurück. Ihr Verband "Jewelers of America" richtete im Oktober 2007 die bis dahin beispiellose Forderung an den US-Kongress, Edelsteine aus Burma vollkommen zu verbieten. Gleichzeitig wurden die 11.000 Mitglieder dazu aufgefordert, den Kauf dieser Edelsteine einzustellen, bis in Burma demokratische Reformen auf den Weg gebracht werden. Andere Verbände in Kanada und den USA und auch internationale Juwelierverbände haben ähnliche Forderungen unterstützt.

Einige Juwelenhändler, namentlich Tiffany & Co. und Leber Jewelers, weigern sich schon seit längerem, mit Edelsteinen burmesischen Ursprungs zu handeln. Als Reaktion auf die blutigen Niederschlagungen in Burma im August 2007 haben sich auch mehrere Juwelierunternehmen aus Europa - unter ihnen Bulgari und Cartier - dafür ausgesprochen, Edelsteine aus Burma zu boykottieren.

Nach Angaben der thailändischen Zeitung Bangkok Post sind Händler, die Edelsteine in die USA importieren wollen, durch das neue Gesetz dazu verpflichtet, umfangreiche Dokumentationen über die Herkunft der Steine vorzulegen. Nach unserer Einschätzung ist diese Nachweispflicht jedoch höchstens bei Jadeit-Jade praktikabel. Bei Rubinen wird die beliebte Herkunftsangabe "Burma" wohl über kurz oder lang verschwinden. Auch alle anderen Edelsteine und Mineralien aus Burma werden wahrscheinlich weiterhin international gehandelt werden - natürlich ohne Herkunftsangabe. Unklar ist auch noch, ob sich die Maßnahmen nur auf Fertigwaren, also komplette Schmuckstücke beziehen oder - ähnlich wie in der EU - auch ungefasste und ungeschliffene Steine mit einbezieht.

Die EU-Außenminister haben sich bereits im Oktober 2007 darauf geeinigt, den Handel mit Edelsteinen und Mineralien aus Burma zu verbieten. Zu den beschlossenen EU-Sanktionen zählen ein Exportverbot für Ausrüstung für den Abbau von Metallen, Mineralien und Edelsteinen, ein Importverbot für Produkte der zuvor genannten Sektoren sowie ein Investitionsverbot in diesen Sektoren. Die EU Bestimmungen gelten bisher jedoch nur für Direktimporte. Importe aus Drittländern sind bisher nicht davon betroffen. Es dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein bis Europa nachzieht und die neuen US-Regelungen übernimmt.

 

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