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Tsesit® (Goethit-Konkretion)

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Goethit-Konkretion, Namibia

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Namensgebend für diese knolligen bis rundlich flachen Steine ist die Ortschaft Tses in der Nähe des Fundorts, 180 km südlich der Hauptstadt Windhuk in Namibia. Tsesit® besitzt eine harte und glänzende Oberfläche, die als "Wüstenlack" bezeichnet wird. Wüstenlack ist ein dunkler, lack- bis firnisartiger Überzug aus Eisen- und Manganoxiden, der alle Arten von Gesteine überzieht, die den extremen Hitze- und Feuchtigkeitsbedingen von Wüstengebieten ausgesetzt sind.

Mit Hilfe von Röntgendiffraktionsanalysen (RDA) konnte das EPI-Labor frühere Untersuchungen des Labors der Deutschen Stiftung Edelsteinforschung (DSEF) bestätigen und Tsesit® als nahezu vollständig aus dem Eisenerz Goethit bestehend identifizieren.

Entstehung (Genese)
Vorstellungen, dass die Goethit-Knollen zunächst im Verlauf einer fortschreitenden Diagenese aus verwittertem Markasit entstanden sind und dann durch einen Meteoriteneinschlag in einer Art Streufeld über viele qkm verteilt wurden, konnten nicht bestätigt werden. Gesteine, die der gewaltigen Schockwelle eines Meteoritenabsturzes ausgesetzt wurden, zeigen charakteristische Mikrorisse (Schockrisse), die in keiner der untersuchten Tsesit®knollen vorgefunden wurden. Auch die Möglichkeit, dass es sich um verwitterte Eisen-Nickel Meteorite handeln könnte, kommt nicht in Betracht, weil Tsesit® völlig nickelfrei ist.

Am wahrscheinlichsten ist die Entstehung durch diagenetische Vorgänge in Sedimenten. Diagenese ist ein geologischer Prozess, in dessen Verlauf sich lockere sedimentäre Ablagerungen allmählich kompaktieren und verfestigen. Dabei kann es zu Stoffwanderuneng und -anreicherungen kommen, oft in Form knolliger Konkretionen (z.B. Feuersteinknollen in Kalksteinen oder Markasit-Konkretionen in sauerstoffarmem Faulschlamm).

Fazit
Tsesit® ist eine gänzlich irdische Goethit-Konkretion. Für eine räumliche Verfrachtung infolge eines Meteoriteneinschlags gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Das Vorhandensein eines dunkelbraunen bis fast schwarzen "Wüstenlack"überzugs deutet darauf hin, dass die Knollen längere Zeit in einem trockenen, wüstenhaften (ariden) Klima an der Oberfläche gelegen haben, ohne dass sie der Winderosion oder sonstigen Erosionstypen ausgesetzt gewesen waren.

 

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