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Glasimitation für Larimar

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Larimar in seiner schönsten Form

Foto: Jens Maier, Fa. Conlight

Die blaue Varietät des Minerals Pektolith (NaCa2[OH/Si3O8]) wurde 1974 an der Südwestküste der Dominikanischen Republik bei Baoruco entdeckt. Miguel Mendez, ein einheimischer Sachverständigen für kunsthandwerkliche Erzeugnisse, kreierte die Handelsbezeichnung "Larimar" auf Grund der meerblauen Farbe (’mar’ span. = Meer) und zu Ehren seiner Tochter Larissa. Als die Fundstellen des Larimars entlang der Küste erschöpft waren, setzte Mendez die Prospektion in den küstennahen Bergen fort. In rund 7 km Entfernung von der Küste entdeckte er ein kleines primäres Vorkommen - bisher das einzig bekannte von blauem Pektolith auf der Erde.

Larimar kommt dort in Adern, Gängen und derben Massen von einigen mm bis mehreren cm Größe vor, hauptsächlich entlang der Scherzonen eines hydrothermal umgewandelten Serpentinitkörpers. Die Farbe variiert zwischen blauen, hellblauen, türkisblauen, grünlichen bis seidenweißen Farbtönen. Die Larimarqualität wird an der Intensität des Blautons gemessen, d.h. je intensiver das Blau, desto höher die Qualitätseinstufung. Für die Farbgebung ist das Element Kupfer verantwortlich, welches auch in kleinen schwarzen Einschlüssen von Chalkosin (Kupferglanz) konzentriert ist.

Aufgrund seiner faserigen Beschaffenheit ist der Stein sehr brüchig und oft nur mit großen Verlusten zu bearbeiten. Häufig bleiben nach der Bearbeitung nur ca. 10% des Rohmaterials übrig. Wegen des großen Aufwandes, der geringen Fundmenge guter Qualitäten und des sehr hohen Verlustes bei der Verarbeitung, wird Larimar vor allem im oberen Preisniveau angeboten. Das macht den Stein auch für Fälscher attraktiv.

So wurde z. B. ein Fall eines Ebay-Anbieters bekannt, der "echte Larimarketten" zu Dumpingpreisen anbot. Eine gemmologische Untersuchung des Instituts für Edelsteinprüfung (EPI) zeigte jedoch, dass das angebotene Material zu 100% aus Glas bestand. Die Glasimitation hat eine hellblaue, opake Grundmasse mit zum Teil schlierig verteilten, transparenteren Zonen (siehe Abb. 2). Geschliffene Exemplare zeigen an der Oberfläche kleine, rundliche Hohlräume, die auf Luftblasen zurückzuführen sind (siehe Abb. 3). Die für Larimar typischen (radial-) strahligen Wachstumsstrukturen fehlen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von natürlichen Mineralen, die unter Umständen mit Larimar verwechselt werden können und hin und wieder "irrtümlich" als solcher angeboten werden. Vor allem blauer Calcit und Aragonit, Smithsonit und Hemimorphit, sowie Wardit kommen als Verwechslungssteine in Frage.

 

Abb. 2: Glasimitation für Larimar mit transparenten "Schlieren"

Abb. 3: Angeschnittene Gasblasen an der Oberfläche kennzeichnen dieses Produkt als Glas

 

 

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