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"Fluor-Chrysopras" - eine irreführende Bezeichnung

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Dieser angebliche "Fluor-Chrysopras" erwieß sich als derber Fluorit

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

 Dem EPI-Labor wurde ein grünes Gestein vorgelegt, dessen Namen mit "Fluor-Chrysopras" angegeben wurde. Entsprechend den mineralogischen Nomenklatur-Regeln müsste es sich bei Fluor-Chrysopras um einen Chalcedon handeln, der Nickel und Fluor enthält.

Unter dem Mikroskop zeigten sich jedoch nicht die erwartete faserige Struktur eines Chalcedons. Ausgeprägte Spaltrisse deuteten auf eine sehr gute Spaltbarkeit hin. Auch die Dichte von 2,9 - 3,1 passte nicht auf Chrysopras. Anhand eines Gesteinsanschliffes konnte die Lichtbrechung mit 1,45 bestimmt werden, ein Wert, der eindeutig Fluorit zuzuordnen ist.

Um die genaue Mineralzusammensetzung und den Elementgehalt zu bestimmen, wurde von dem Material ein mineralogischer Dünnschliff angefertigt und eine Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) durchgeführt. Diese Dünnschliffanalyse zeigte eindeutig, dass neben Fluorit und den Resten von zersetzten Feldspäten nur grob kristallisierter Quarz - jedoch kein Chalcedon - vorhanden ist. Die Spurenelementanalyse (RFA) ergab keinen messbaren Gehalt an Nickel.

Fluorite in solch derber Ausbildung, wie in dem analysierten Gestein, sind oftmals sehr wasserhaltig und werden als Hydro-Fluorit bezeichnet.

Nach diesen Analyseergebnissen ist die Bezeichnung "Fluor-Chrysopras" als irreführend einzustufen. Die korrekte Bezeichnung lautet: (Hydro-) Fluorit oder Fluorit mit Matrix.

 

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