Zitronenmagnesit

 

Als im Jahre 1996 erstmals größere Mengen dieses grünen Gesteins auf den Mineralien-Shows in Tucson (USA) auftauchten, wurde es als "Lemon-Crysoprase" (dt.: "Zitronenchrysopras") bezeichnet. Als Fundort wurde der Bereich der östlichen Goldfelder der Central Division Mine in Westaustralien angegeben.

Chemische und mineralogische Analysen ergaben, dass es sich um einen hellgrünen, zum Teil verkieselten Magnesit handelt, in dessen Rissen sich  dunkelgrüner Chrysopras (Nickel-Chalcedon) gebildet hatte. Da er in Form von Knollen und Adern in einem stark verwitterten Serpentinit auftritt, zeigten die Rohstücke oft einen äußeren Rand aus stark korrodiertem und zu Laterit verwitterten, bräunlichen Serpentin. Daran anschließend fanden sich schmale grüne, z.T. durchscheinende Bereiche, aus Chrysopras bzw. grünem Opal. Der Hauptteil jedoch bestand aus einem grünlich-gelben, undurchsichtigen Magnesit, der von durchscheinenden, dunkelgrünen Adern durchzogen war, welche aus Chrysopras bestanden. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist das Material jedoch nicht mit Gaspeit (Ni,Mg,Fe)CO3 gleichzusetzen, da ihm der notwendige Eisenanteil fehlt.

Seit der Jahrtausendende ist die Nachfrage kontinuierlich gestiegen, sodass das ursprüngliche Material bald nicht mehr zur Verfügung stand. Seit dem Jahr 2004 beobachten wir eine divergente Entwicklung. Zunächst wurde gelbgrüner, nickelhaltiger Magnesit ohne Chrysoprasanteil vermarktet, nachfolgend dann ein beiger, fast weißer, verkieselter Magnesit ohne Nickel. Das Material stammt möglicherweise aus den Randbereichen der Abbaugebiete oder von verschiedenen Fundpunkten, die als Lake Rebecca, dem Bulong Komplex am Lake Yindarlgooda, bei Kambalda und Wingellina, sowie vereinzelte Fundpunkte nahe der Yundamindera Station angegeben werden.

Da dieses Material nicht (mehr) das charakteristische Aussehen und die chemische Zusammensetzung des ursprünglichen "Zitronenchrysopras" erfüllt, ist die derzeit erhältliche hellgrüne Variante als Nickel-Magnesit (oder: "Zitronenmagnesit") und die weiß-beige Variante als "verkieselter Magnesit" zu bezeichnen.

 

 

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