Giftige Minerale

 

Minerale sind auf natürliche Weise auskristallisierte, anorganische chemische Verbindungen. Viele dieser Verbindungen können auch industriell hergestellt werden. Der Verkauf dieser Industrieprodukte unterliegt der Chemikalienabgabeverordnung, die unter Anderem vorschreibt, dass giftige Substanzen gekennzeichnet werden und nur mit einem Sicherheitsdatenblatt versehen in den Handel gelangen dürfen.

Im Mineralienhandel ist ein entsprechendes Vorgehen bisher unüblich, weil Mineralien meist in einer anderen Form vorliegen, als die Industriechemikalien. Abhängig davon, ob sie als pulvrige Überzüge, gut kristallisiert oder als Einschlüsse in Wirtsmineralen vorkommen, entwickeln sie eine unterschiedlich starke Toxizität. Die Substanzen, die in der chemischen Industrie Verwendung finden, sind meist pulverisiert, wodurch sie eine erheblich größere Oberfläche besitzen als die kristallisierten Entsprechungen aus dem Mineralreich. Eine größere Oberfläche bedeutet eine größere Angriffsfläche für Lösungsmittel und damit ein größeres Potential vom menschlichen Körper aufgenommen zu werden.

Ein Gramm eines gut kristallisierten Minerals kann möglicherweise den Magen-Darmtrakt passieren ohne aufgelöst zu werden und Vergiftungserscheinungen hervorzurufen, wohingegen ein Gramm Mineralpulver möglicherweise toxisch wirken kann. Andererseits sind natürliche Mineralien selten so rein wie die Industrieprodukte. Durch eingelagerte Verunreinigungen oder durch Zerfallsprodukte kann es sowohl zu einer besseren Löslichkeit kommen als auch zu einem Aufsummieren der Gefahrenpotentiale der einzelnen vorliegenden chemischen Verbindungen.

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Eclipse (Auripigment-Kalksinter)

 

Offenbar fühlte sich der Erfinder des Handelsnamens ”Eclipse“ bei den gelben Linien und Kreisen in diesem (fast) schwarzen Gestein an eine Sonnenfinsternis (engl. eclipse = Verdunkelung) erinnert. Andere fühlen sich an eine Hummel erinnert und nennen das Gestein "Bumblebee-Jasper", wobei der Begriff "Jasper" (Jaspis) in diesem Falle ungerechtfertigt ist. Auch der Handelsname "Mustardjasper" (Senfjaspis) ist irreführend, weil das Material nicht aus mikrokristallinem Quarz besteht.

Mineralogisch handelt es sich um ein arsenhaltiges Kalksintergestein aus dem Fumarolenfeld Garut von der indonesischen Insel Java, das durch Einschlüsse vulkanischer Asche dunkelgrau bis fast schwarz erscheint. Es ist mit goldgelben bis orangefarbenen Lagen und strahligen Agregaten des Arsenminerals Auripigment (As4S6) durchsetzt und eventuell zusätzlich mit elementarem Schwefel imprägniert.

Durch die geschwungenen bis sägezahnartigen Strukturen heben sich sehr dekorativ vom dunklen Begleitmineral ab. Wegen seiner geringen Härte wird dieses Dekorgestein ausschließlich zu Schmuckzwecken verarbeitet.

Auripigment ist schwer wasserlöslich und daher in reinem, gut kristallisierten Zustand nicht giftig. Es ist auch in Säuren schwer löslich und wird im Magen von der Magensäure nicht zersetzt.

ABER:

Achtung:

Auripigment kann in der Luft unter Lichteinwirkung allmählich oxidieren und in das hochgiftige Arsen(III)oxid Arsenolith ("Arsenik") zerfallen. Arsen(III)oxid (As2O3) ist eines der giftigsten Mineralstoffe, die wir kennen. Es wirkt krebserregend und ist für viele Lebewesen schädlich. Die oral aufgenommene, tödliche Dosis kann für den Menschen bereits bei weniger als 0,1 g liegen.

Aus diesen Gründen gelten alle Arsensulfide prinzipiell als hochgiftig und umweltschädlich und unterliegen strengsten Sicherheitsbestimmungen.

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