Eclipse (Auripigment-Kalksinter)

 

Offenbar fühlte sich der Erfinder des Handelsnamens ”Eclipse“ bei den gelben Linien und Kreisen in diesem (fast) schwarzen Gestein an eine Sonnenfinsternis (engl. eclipse = Verdunkelung) erinnert. Andere fühlen sich an eine Hummel erinnert und nennen das Gestein "Bumblebee-Jasper", wobei der Begriff "Jasper" (Jaspis) in diesem Falle ungerechtfertigt ist. Auch der Handelsname "Mustardjasper" (Senfjaspis) ist irreführend, weil das Material nicht aus mikrokristallinem Quarz besteht.

Mineralogisch handelt es sich um ein arsenhaltiges Kalksintergestein aus dem Fumarolenfeld Garut von der indonesischen Insel Java, das durch Einschlüsse vulkanischer Asche dunkelgrau bis fast schwarz erscheint. Es ist mit goldgelben bis orangefarbenen Lagen und strahligen Agregaten des Arsenminerals Auripigment (As4S6) durchsetzt und eventuell zusätzlich mit elementarem Schwefel imprägniert.

Durch die geschwungenen bis sägezahnartigen Strukturen heben sich sehr dekorativ vom dunklen Begleitmineral ab. Wegen seiner geringen Härte wird dieses Dekorgestein ausschließlich zu Schmuckzwecken verarbeitet.

Auripigment ist schwer wasserlöslich und daher in reinem, gut kristallisierten Zustand nicht giftig. Es ist auch in Säuren schwer löslich und wird im Magen von der Magensäure nicht zersetzt.

ABER:

Achtung:

Auripigment kann in der Luft unter Lichteinwirkung allmählich oxidieren und in das hochgiftige Arsen(III)oxid Arsenolith ("Arsenik") zerfallen. Arsen(III)oxid (As2O3) ist eines der giftigsten Mineralstoffe, die wir kennen. Es wirkt krebserregend und ist für viele Lebewesen schädlich. Die oral aufgenommene, tödliche Dosis kann für den Menschen bereits bei weniger als 0,1 g liegen.

Aus diesen Gründen gelten alle Arsensulfide prinzipiell als hochgiftig und umweltschädlich und unterliegen strengsten Sicherheitsbestimmungen.

Um Vergiftungserscheinungen vorzubeugen, ist beim Tragen von Eclipse besondere Vorsicht angeraten. Das Gestein sollte unter gar keinen Umständen in Kinderhände gelangen und nicht mit anderem Schmuck zusammen aufbewahrt werden.

EWG-Richtlinien zufolge sind Stäube und Pulver von Auripigment giftig beim Einatmen und Verschlucken (R 23/25) und sehr giftig für Wasserorganismen. Das Mineral kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen erzeugen (R 50/53) und ist deshalb als Sondermüll zu entsorgen (S 60).

Zusätzliche toxikologische Hinweise:

Nach unserem derzeitigen Wissensstand ist die akute und chronische Toxizität von Auripigment nicht gänzlich bekannt. Es liegen jedoch ausreichende Studien vor, die eine krebserzeugende Wirkung belegen:
EPA-A: Humankarzinogen: ausreichendes Beweismaterial aus epidemiologischen Studien für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Exposition und Krebs.
IARC-1: Krebserzeugend bei Menschen: ausreichendes Beweisresultat für karzinogene Wirkung.
NTP-1: Bekannt als karzinogene: ausreichendes Beweismaterial aus menschlichen Studien.
Nach OSHA als karzinogen eingestuft.
ACGIH A1: Nachweisliches Humankarzinogen: Agens ist krebserzeugend bei Menschen, basierend auf epidemiologischen Studien bzw. auf Grund zwingender klinischer Untersuchungsergebnissen bei exponierten Menschen.

 

Eclipse im Handel

Da das Gefahrenpotential von Auripigment hinreichend bekannt ist, wird der zu Schmuckzwecken verwendete Auripigment-Kalksinter (Eclipse) vor der Verarbeitung entweder A) in Kunstharz eingebettet ("stabilisiert") oder B) während des Schleifens mit Kunstharz imprägniert. Es ist dann vor dem Kontakt mit Luftsauerstoff und dem Zerfall zu Arsenolith geschützt (im Falle A besser als im Falle B). Bei sachgerechtem Umgang, ist eine Arsen-Kontamination durch Eclipse-Schmuck daher weitestgehend ausgeschlossen. Beide Behandlungsmethoden sind unmissverständlich zu deklarieren.

Zu bedenken ist jedoch, dass die Steine vor dem Stabilisieren erst einmal aus der Erde geholt, transportiert, gelagert und zugeschnitten werden. Der Fundort Java (Indonesien) lässt vermuten, dass diese Arbeiten von Menschen erledigt wird, die weder Atemschutz noch Handschuhe tragen. Auch bei der Verarbeitung des mit Kunstharz durchtränkten (stabilisierten) Rohmaterials zu Cabochons und Ketten fallen mit Arsen kontaminierte Schleifwässer und Schleifschlamm an, dessen fachgerechte Entsorgung fraglich ist.

Empfehlung:

Kaufen Sie "Eclipse", "Bumblebee-Stone" oder Mustard-Stone" nur, wenn er stabilisiert ist und bewahren Sie ihn von anderen Schmuckstücken gesondert auf.
Bringen Sie zerbrochene Stücke und nicht mehr benötigte Exemplare (ähnlich wie funktionsuntüchtige Energiesparlampen) zu Ihrem regionalen Entsorger für Sondermüll.

 

 

Lesen Sie zu diesem Thema auch unseren Artikel über giftige Minerale.

 

 

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