"Afrikanischer Türkis" als Chrysokoll - Diorit identifiziert

Montag, 13. Mai 2013

 

Ein fein verteiltes, pulveriges Mineral sorgt in diesem Gestein für eine blaugrüne Farbe. Da das Gestein bei mehreren Händlern als "afrikanischer Türkis" angeboten wurde, wir aber unsere Zweifel hatten, wurden der tatsächliche Mineralbestand und die Gesteinsart bestimmt.

Analytische Untersuchungen

Anhand von röntgendiffraktometrischen Untersuchung konnten die Bestandteile Chlorit, Kaolinit, Muskovit (Illit), Quarz, Anorthit bzw. Albit und eventuell Epidot und ein Amphibol identifiziert werden. Diese Mineralzusammensetzung ist typisch für ein zersetztes granitisches Gestein, gibt aber noch keinen Aufschluss über die Identität des farbgebenden blaugrünen Minerals.

Eine Dünnschliffanalyse zeigte etliche Hinweise, dass es sich um ein zersetzten Quarz-Diorit handelt, in dem es vor allem entlang von Rissen und Spalten zur Bildung von Chrysokoll kam.

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"Fluor-Chrysopras" - eine irreführende Bezeichnung

Dienstag, 19. Juni 2012

 

Vor einiger Zeit wurde dem EPI-Labor ein grünes Gestein vorgelegt, dessen Namen mit "Fluor-Chrysopras" angegeben wurde. Entsprechend den mineralogischen Nomenklatur-Regeln müsste es sich bei Fluor-Chrysopras um einen Chalcedon handeln, der Nickel und Fluor enthält.

Unter dem Mikroskop zeigten sich jedoch nicht die erwartete faserige Struktur eines Chalcedons. Ausgeprägte Spaltrisse deuteten auf eine sehr gute Spaltbarkeit hin. Auch die Dichte von 2,9 - 3,1 passte nicht auf Chrysopras. Anhand eines Gesteinsanschliffes konnte die Lichtbrechung mit 1,45 bestimmt werden, ein Wert, der eindeutig Fluorit zuzuordnen ist.

Um die genaue Mineralzusammensetzung und den Elementgehalt zu bestimmen, wurde von dem Material ein mineralogischer Dünnschliff angefertigt und eine Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) durchgeführt. Diese Dünnschliffanalyse zeigte eindeutig, dass neben Fluorit und den Resten von zersetzten Feldspäten nur grob kristallisierter Quarz - jedoch kein Chalcedon - vorhanden ist. Die Spurenelementanalyse (RFA) ergab keinen messbaren Gehalt an Nickel.

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Bedampfte Schmucksteine

Sonntag, 15. Januar 2012

 

Sie tragen verheißungsvoll klingende Fantasienamen wie "Angel Aura", "Aqua Aura" oder "Tanzan Aura Quarz": künstlich mit metallischen Überzügen bedampfte Schmucksteine verbreiten sich sowohl in Form von geschliffenem Schmuck als auch als behandelte Rohkristalle immer mehr im Handel.

Das Verfahren, mit dem die Kristalle bedampft werden, wird "Plasma-Sputtering" (engl.: to sputter = zerstäuben) genannt und funktioniert wie ein Brennofen, in dem ein 2000°C heißes Plasma erzeugt wird. Dabei verdampft an einer als Kathode fungierenden Elektrode ein Metall, das im Plasma in seine atomaren Bestandteile zerlegt wird und sich anschließend auf allen Gegenständen abscheidet, die sich als Anode in der Nähe befinden.

Ursprünglich wurde das Verfahren dazu entwickelt, beliebige Materialien mit neuen elektrischen und optischen Eigenschaften zu versehen. Aber bereits in den 1970er Jahren entdeckte man, dass die Methode hervorragend geeignet ist, um bei Quarz und Topas künstliche Farbvarietäten für den Schmuckmarkt zu erzeugen. In der Folge kamen einige bis dahin unbekannte Farbvarietäten auf den Markt (z.B. "Mystic Fire Topaz") und eine Menge bereits bekannter Varietäten nach Art von Citrin, Amethyst, Goldtopaz usw.

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Hemimorphit-Imitationen

Montag, 14. März 2011

 

Hemimorphit-Imitationen, oft mit Herkunftsangabe China, sind stark im Handel vertreten. Sie werden in den Farben blau oder blaugrün sowohl als Rohsteine als auch als Trommelsteine und Kettenstränge angeboten. Mit ein paar einfachen Tests, lassen sich echter Hemimorphit und seine Imitationen aus Calcit / Aragonit jedoch relativ leicht identifizieen.

 

Hemimorphit:

Echter Hemimorphit ist ein recht seltenes Mineral, das in der Oxidationszone sulfidischer Blei-Zink-Lagerstätten entsteht. Anhand seiner physikalischen und chemischen Eigenschaften lässt sich Hemimorphit gut von seinen Imitationen unterscheiden.

  Abb.1: natürlicher Hemimorphit kommt meist in krustigen Aggregaten vor

Photo: K. Sieber, Makrogalerie.de

chem. Zusammensetzung:
Hemimorphit ist ein wasserhaltiges basisches Zinksilikat mit der Formel Zn4[(OH)2/Si2O7] · H2O. Im Unterschied zu seinen häufigsten Imitationen aus der Calcit-Gruppe, reagiert er nicht mit Säuren. Beim betupfen mit 10%iger Salzsäure treten keine Gasbläschen auf.

Erscheinungsbild:
Typisch sind derbe, körnige, krustige, nierige, faserige und radialstrahlige Aggregate. Selten sind Kristalle, die an ihren Enden unterschiedlich flächenreich sind (sog. »Hemimorphie«).

Farbe(n):
Üblicherweise kommt Hemimorphit in weißen oder bräunlichen Farbtönen vor, selten auch in kräftigem Hellblau oder Rosarot.

Dichte: 3,30 - 3,50

Mohs-Härte: 5

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Alexandrit-Imitationen

Freitag, 18. Juni 2010

 

Alexandrit, eine Farbvarietät des Minerals Chysoberyll, wurde erstmals 1830 am Flüßchen Takowaya im südlichen Ural in Russland entdeckt. Fortan kamen die farbintensivsten Qualitäten dieses Edelsteins über 150 Jahre lang von dieser Fundstelle. Erst 1987 wurden neue, große Vorkommen in Hematita (Brasilien) entdeckt, die heute über 80% des Weltmarktes mit feinen Alexandriten versorgen. Wirtschaftlich weniger bedeutende Vorkommen liegen in Sri Lanka, Myanmar (Burma), Tasmanien und Simbabwe.

Die besondere Eigenschaft von Alexandrit ist seine Fähigkeit, die Farbe bei Kunstlicht zu ändern. Im Tageslicht erscheint er immer in grünen, bläulich grünen oder graugrünen Farben.

Synthetischer Saphir ist bereits im Tageslicht rot- bis blauviolet

Unter Kunstlicht mit starkem Gelbanteil (z.B. Kerzenlicht) nimmt er eine blutrote bis rotviolette Färbung an. Verantwortlich für dieses Phänomen ist das Element Chrom, das neben Eisen und Titan als Spurenelement enthalten ist.

Feiner Alexandrit, vor allem in den Größen von mehr als einem Karat, gehört zu den wertvollsten Edelsteinen überhaupt. Sein Wert hängt in erster Linie von der Tiefe des Farbwechsels ab. Ein wirklich feiner Alexandrit sollte bei Tageslicht ein lebhaftes Grün zeigen und im Kunstlicht zu Purpurrot bis Purpur-Violett ohne störendes Braun wechseln.

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